Lingualtechnik-zahnarzt-hilfeLingualtechnik

Die Lingualtechnik ist eine orthodontische Therapie, die mittlerweile 35 Jahre alt ist. Als alternative Therapie zur sichtbaren Multibandbehandlung gebührt ihr inzwischen ein fester Platz in der Kieferorthopädie.

Entstehungsgeschichte

Gegen Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts experimentierte der Zahnarzt Dr. Craven Kurz mit der Idee, die Brackets nicht mehr wie bis dato üblich auf der bukkalen Seite, also der Außenseite des Zahnbogens, zu platzieren. Statt dessen versuchte er es auf der zungenseitigen Innenseite des Zahnbogens. Daher stammt der Name "Lingualtechnik". Die aus dieser Idee entstandene Technik wurde immer weiter entwickelt. Während ursprünglich einfach Bukkalbrackets auf die Innenseite der Zähne geklebt wurden, hat sich längst auch die Dentalindustrie der Technik angenommen und bietet speziell für die Lingualtechnik gefertigte Bracktets an. Lingualtechnik Hinsichtlich des Behandlungserfolges ist die Lingualtechnik mittlerweile der konventionellen labialen (lippenseitigen) Behandlung durchaus ebenbürtig. Bei bestimmten Indikationen erweist sich eine linguale Therapie sogar als vorteilhaft.

Vorteile der Lingualtechnik

Der besondere und unmittelbar einleuchtende Vorteil der Lingualtechnik besteht in der Unsichtbarkeit der Zahnspange nach aussen. Denn auf Grund ihrer Befestigung an der Innenseite der Zahnbögen, ist sie für den aussen stehenden Betrachter nicht sichtbar. Dies ist ein von vielen Patienten hoch geschätzter Vorteil. Ein weiterer Effekt der Befestigung der Brackets auf der Zahninnenseite ist ein scheinbar schnellerer Behandlungserfolg. Dieser rührt daher, dass man hier direkt die bisherige Bewegung der Zähne sehen kann, während beim konventionellen, aussen liegenden Bracketsystem zunächst nur Multiband zu erkennen ist und viel weniger der Zahnbogen selbst. Zudem sind nahezu alle Problemstellungen mit der Lingualtechnik zu beseitigen, ohne dass die Behandlung länger dauerte, als bei der herkömmlichen Multibandtherapie. Wobei die Zahninnenseiten robuster und weniger anfällig für Entkalkungen und Karies sind, als die Zahnaussenflächen. Daher sind bleibende Schäden durch den Einsatz der Lingualtechnik auch seltener als bei aussen liegenden festen Spangen. Sollten die Zähne auf ihrer Außenseite bereits vor der Behandlung kreidige Flecken und Entkalkungen aufweisen, ist die Lingualtechnik die Methode der Wahl. Gegenüber der konventionellen Therapie ist mit dieser Technik die Behandlung von Kreuz- und Tiefbissen besser durchzuführen als mit der konventionellen Therapie. Auch fördert die Lingualtechnik im Extraktionsfall den Lückenschluss.  

Nachteile der Lingualtechnik

Für den Patienten dauert die Eingewöhnungszeit an das System länger. Durch das Aufbringen der Attachments auf der Innenseite ist der Zungenfunktionsraum eingeengt, was sich anfangs hinderlich beim Sprechen bemerkbar macht. Auch muss sich die Zunge zunächst daran gewöhnen, dass die Zahninnenflächen jetzt nicht mehr glatt sind. Für den Kieferorthopäden ist die Behandlung insgesamt schwieriger. Das beginnt bei der genauen Positionierung des Brackets auf der Innenseite des Zahnbogens. Dieses muss nicht nur exakter geklebt werden, sondern auch die Befestigung ist schwieriger, da die Zähne auf der Innenseite durch Wasserdampf aus der Atemluft mehr zur Feuchtigkeit tendieren, als auf der Aussenseite, was das Kleben negativ beeinflusst. Weiterhin ist das exakte Biegen des Drahtes aufgrund der unterschiedlichen Zahndicken (welche auf der Außenseite keine Rolle spielen) äußerst kompliziert. Ein maschinelles Vorgehen ist hierbei unausweichlich, was bei der herkömmlichen Methode nicht unbedingt notwendig ist. Die Nachteile einer lingualtechnischen Behandlung bestehen für den Kieferorthopäden also vor allem in einem aufwändigeren Laborprozess und in der für den Behandler anspruchsvolleren Behandlungsführung.  

Moderne Technik gegen die Nachteile der Lingualtechnik

Modernste computergestützte Technologien ermöglichen inzwischen die Herstellung einer vollständig individuellen lingualen Apparatur, die dem Patienten maximalen Komfort ermöglicht und zugleich dem Behandler eine Fülle neuer Möglichkeiten eröffnet. Damit wird die Lingualtechnik zu einer nicht nur medizinisch handhabbaren sondern auch ökonomisch realistischen Behandlungsform, die insbesondere bei der Behandlung Erwachsener auch denjenigen Patienten eine Korrektur ihrer Zahnfehlstellungen ermöglicht, die bislang aus ästhetischen Gründen von einer Behandlung mit aussen liegendem Multiband absahen. Ein führendes System ist das von Dr. Wiechmannn aus Bad Essen entwickelte INCOGNITO-System. Das Besondere an diesem System sind die flacheren und damit patientenfreundlichen Brackets und die individuell optimale computergestützte Herstellung der entsprechenden Lingualbögen.  

Fazit

Sollten Sie bislang aus Angst vor einer unansehnlichen Außenspange vor der Korrektur einer Zahnfehlstellung zurück geschreckt sein, so bietet sich Ihnen mit der modernen Lingualtechnik inzwischen eine unsichtbare und effektive Alternative. Außerdem gibt es für die Lingualtechnik keine Altersgrenze, jenseits derer sie nicht mehr einsetzbar wäre. Vielmehr ist das Alter des Patienten für den Einsatz dieser Technik zur Korrektur einer Zahnfehlstellung unerheblich, wenn nur der Zahnhalteapparat weitgehend intakt ist, die Zähne also fest im Knochen sitzen. Denken Sie also bitte nicht, es sei bei Ihnen zu spät für eine Zahnkorrektur, denn in der Regel ist diese Annahme falsch. Selbst bei Patienten jenseits der sechzig sind Behandlungen mit festen Zahnspangen oft möglich und sinnvoll. (Bild mit freundlicher Genehmigung der T.O.P. Service für Lingualtechnik GmbH)
+ Vorteil:
        • die Apparatur ist unsichtbar
        • Erfolg sehr schnell sichtbar
        • weniger kariesanfällig wie konventionelle Multiband
- Nachteil:
        • die Methode ist relativ kostspielig
        • längere Gewöhnngszeit da die Brackets die Zunge irritieren

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